Inklusionsgruppe Volleyball siegte bei den Nationalen Spielen von Special Olympics im Saarland

Sieger im Beachvolleyball bei den Special Olympic Games Germany im Saarland (Foto: Sandra Schmidbauer)

Tipps gab es von der Olympiateilnehmerin und mehrfache Deutsche Meisterin im Beachvolleyball Karla Borger (Foto. Sandra Schmidbauer)

Die Delegation des TVD vor dem Zeichen der Special Olympic Games Germany „gemeinsam stark“ (Foto: Sandra Schmidbauer)
(kia) Die Freude war riesengroß sowohl vor Ort wie auch zu Hause: am Freitagnachmittag siegte der TV Dingolfing im Beachvolleyball der Nationalen Spielen von Special Olympics, die die vergangene Woche im Saarland stattfanden. Rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in über zwanzig Sportarten bei diesen nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung – die größte Sportveranstaltung ihrer Art bis dato nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa unter dem Motto „Gemeinsam stark“. Und mitten drin der TV Dingolfing mit seiner Inklusionsgruppe Volleyball mit zwei Mannschaften, aber gemäß dem Motto der Veranstaltung mit einem Team in einer Einheit. Qualifiziert hatte sich das Dingolfinger Team durch Silber und Bronze bei den Landesspielen von Special Olympics im vergangenen Jahr in Erlangen. Bereits danach begannen die Vorbereitungen für die Woche im Saarland. Neben intensivem Training gab es viele organisatorische Aufgaben zu erfüllen, von der Akkreditierung der Delegation bis hin zur Hotelbuchung, Unterrichtsbefreiung an den Schulen besorgen und vieles mehr – dies alles unter der Leitung von Sandra Schmidbauer, Inklusionsbeauftragte des TVD, Trainerin der Gruppe und auch Initiatorin des Inklusionssports im Verein, inzwischen mit zwei Gruppen im Volleyball und für Kinder die Sportstunde „Bewegung mit dem Ball“ im umfangreichen Sportangebot des Dingolfinger Turnvereins. Die Nervosität und Vorfreude stiegen von Woche zu Woche bis zur Abfahrt ins Saarland am Montagmorgen. Gut dort angekommen, ging es am frühen Abend bei bestem Wetter zur Eröffnungsfeier in den vom Fußball legendären Ludwigspark in Saarbrücken, wo eine stimmungsvolle Eröffnungsfeier mit Einzug, olympischer Flamme und offizieller Eröffnung durch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger stattfand – mit Liveübertragung in Sky und anderen Streamingangeboten. Und schon dort konnte man die Dingolfinger Delegation sehen, nicht zuletzt durch das an den folgenden Tagen gern gesehenen Maskottchen „Dingo“, in dessen Kostüm Inklusions-Übungsleiter und Betreuer Johannes Wimmer steckte, immer präsent und beliebt. Das Turnier im Beachvolleyball wurde am idyllischen Bostalsee ausgetragen. Inklusion heißt, Sport zu treiben mit Sportlerinnen und Sportlern mit und ohne Handicap. Demzufolge bestand ein Team aus jeweils zwei Aktiven mit und ohne Handicap. Mit zwei Teams ging der TVD an den Start. Zuvor folgte am Dienstag ein Trainingstag mit einem Überraschungsgast. Denn Karla Borger, zweifach Olympiateilnehmerin und mehrfache Deutsche Meisterin im Beachvolleyball, besuchte die Mannschaften und gab noch wertvolle Tipps wie viele ehemalige Spitzensportlerinnen und – sportler mit Begeisterung bei den Wettkämpfen vor Ort waren. Am Mittwoch wurde es dann ernst: es ging in die Klassifizierungsspiele, die beide Dingolfinger Teams in die Division eins brachten. Dort folgten dann am Donnerstag und Freitag die Hauptrunde und die Platzierungsspiele. Begleitet wurden die Spiele von Special Olympics von einem reichhaltigen und attraktiven Rahmenprogramm, von einem wettbewerbsfreien Angebot über ein Gesundheitsprogramm bis hin zur Beachparty am Donnerstagabend, an dem zusammen mit allen anderen Teams auch die Dingolfinger Delegation viel getanzt, gelacht und gesungen wurde. Bei den Platzierungsspielen am Freitagnachmittag belegte das Team zwei des TVD einen hervorragenden fünften Platz und Team eins zog ins Endspiel ein gegen Alexianer Münster, das sie knapp mit 12:10 im dritten Satz gewannen, wobei der Tie-Break nur bis elf Punkte mit zwei Punkten Abstand ging. Team zwei war dabei der „fünfte Mann bzw. Frau“ am Feld und hat Team eins zum Sieg angefeuert. Riesige Freude und auch Freudentränen nach dem Matchball und große Begeisterung bei der nachfolgenden Siegerehrung, bei denen die Goldmedaillen und Erinnerungsbänder überreicht wurden. Freude natürlich auch beim Trainer- und Betreuerstab. So war Sandra Schmidbauer als verantwortliche Trainerin sehr überrascht und erfreut über die Leistung ihrer Schützlinge: „Alle sind über ihre Kräfte hinausgewachsen. Dinge, die im Training zumeist nicht funktioniert haben, haben erstmals geklappt. Zwei Aktive haben bisher noch keinen Aufschlag übers Netz gebracht, die Woche über hat es mehrfach geklappt“. Der Dank der Inklusionsbeauftragten des TVD und Trainerin ging wie sie ausdrücklich betonte an alle Sponsoren, den Hauptverein und die engagierten Eltern. Große Freude auch zu Hause, als die Nachricht über die sozialen Kanäle übermittelt wurde, u.a. auch bei TVD-Vorstand Toni Kiebler, dem wie allen in der Vorstandschaft und im Turnrat der Inklusionssport „ans Herzen gewachsen“ ist wie auch der Erfolg bei den Nationalen Spielen von Special Olympics in der vergangenen Woche, „einem der emotionalsten Erfolge in meiner Vorstandszeit“ – und dies sind inzwischen mehr als dreißig Jahre. Von ihm und auch von den Familien wurde die TVD-Delegation, bestehend aus acht Aktive mit Handicap und sechs ohne Handicap sowie vier TrainerInnen und BetreuerInnen, am Samstagnachmittag bei ihrer Rückkehr in Dingolfing mit Applaus empfangen. Spannend bleibt es aber noch, denn der Bundestrainer war im Saarland vor Ort zur Sichtung für die Nationalmannschaft für die Weltspiele von Special Olympics nächste Jahr in Chile – und vielleicht ist auch der oder die eine oder andere vom TV Dingolfing dabei.
Den TVD vertraten im Saarland die Aktiven Katrin Bauer, Bastian Schmerbeck, Lukas Steinbauer, Paula Weinfurter, Paulina Wiesbeck, Violeta Zeneli, Finn Simon, Lena Atzberger, Sarah Degan, Manuel Paringer, Franziska Schmatz, Leonhard Spielbauer, Leonie Stadler und Sara Ajdinovic sowie die TrainerInnen und BetreuerInnen Sandra Schmidbauer, Daniela Degan, Johannes Wimmer und Sebastian Bachmeier.
