Zivilcourage Info-Veranstaltung

Zivilcourage – Notwehr und Nothilfe – Infoveranstaltung bei der JuJutsu-Abteilung des TVD. Anfang Juli fand im Gruppenraum der Turnhalle Höll-Ost eine Informationsveranstaltung zum Thema Zivilcourage für die Mitglieder der Abteilung JuJutsu, sowie deren Angehörige statt.

Schwerpunkt sollte für die kampfsporterfahrenen Teilnehmer das Thema Notwehr und Nothilfe in Hinblick auf die rechtlichen Aspekte sein. Dazu konnte Abteilungsleiter Christian Straßer den Polizeibeamten, Kursleiter für Zivilcourage und noch dazu ebenfalls JuJutsu-Dan-Träger, Fritz Schweibold, begrüßen. Nach einer kurzen Vorstellung des Referenten wurde mit Hilfe eines Puzzlespiels, bei dem sich Gruppen zusammenfinden mussten, erst mal das das Thema Nothilfe und Notwehr andiskutiert. Dabei stellten sich gleich unterschiedliche  Auffassungen zu diesen Begriffen heraus. Deswegen erläuterte der Kursleiter zuerst diese Begrifflichkeiten, sowie die Bedeutung von unterlassener Hilfeleistung, Festnahmerecht etc. aus straf- und zivilrechtlicher Sicht. Ebenfalls ging er auf die versicherungs- und arbeitsrechtlichen Aspekte näher ein. Nach diesen theoretischen Grundlagen wurde anhand von Fallbeispielen ersichtlich, dass, wie bei der Selbstverteidigung, die Stimme, der Stand, die Körpersprache, die Gestik und Mimik in Notwehr- und Nothilfefall zusammen passen müssen. Um dies deutlich zu machen, wurde in einem Szenarientraining ein solcher Fall durch einige Anwesende durchgespielt: Eine typische Pöbelei in einer U-Bahn, bei der ein junger Mann der Leidtragende war, musste durch einen couragierten Helfer entschärft werden.
Nach dieser Praxiseinheit brachte Fritz Schweibold Verhaltenstipps für den Helfer, aber auch für da vermeintliche Opfer näher. Ein wesentliche Aspekt bei der Nothilfe sind die subjektiven Wahrnehmungen durch die in Frage kommenden Zeugen. Auch dies konnte an einem praktischen Beispiel deutlich gemacht  werden: Das „Opfer“ wollte sich mit einem Messer „verteidigen“, Die „späteren Zeugen“ konnten aber nur eine gegenteilige, das eigentliche Opfer belastende, Aussage treffen.
Da der überwiegende Teil der Zuhörer aus dem Selbstverteidigungs- und Kampfsportbereich kam, konnte der Themenbereich Ab- und Gegenwehr, sowie der Einsatz von alltäglichen Gegenständen als Hilfsmittel relativ kurz gehalten werden. Als letzten Punkt des Abends wies  der Referent auf den Einsatz und die möglichen Gefahren bei der Verwendung von so genannter Verteidigungsausrüstung wie Pfefferspray, Elektroschocker, Gaspistole hin.
Das solche Hilfsmittel im Ernstfall auch Probleme für den Verteidiger bringen können, wurde hier zum Schluss des Kurses noch mal deutlich. Nach über 2 Stunden war diese, für die JuJutsukas etwas ungewohnte Trainingseinheit „Notwehr und Nothilfe, rechtlich Aspekte von Zivilcourage und Selbstverteidigung“ zu Ende.
Schweibold Fritz verstand es in den gut 2 Stunden hervorragend, das doch ernste und aktuelle Thema, mit einer guten Portion Humor gespickt, zu vermitteln. Dafür bedankte sich Christian Straßer im Namen der Anwesenden für diesen informativen Abend.

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