Rückzug aus der 2.Bundesliga

Keine Lizenz für die Dingolfinger Volleyballerinnen in der nächsten Saison

Nach dem als Aufsteiger respektablen siebenten Tabellenplatz zum Saisonende zieht der TV Dingolfing seine Damenmannschaft aus der 2.Volleyball-Bundesliga der Damen zurück. Vor allem personelle Gründe sind ausschlaggebend für den Schritt aus dem Bundesligageschehen zurück in eine niedrigere Liga und zur weiteren Nachwuchsförderung, den die Vorstandschaft und der Turnrat des TV Dingolfing beschlossen hat. Am Dienstagabend wurde die Mannschaft und der Trainer in persönlichen Gesprächen und Telefonaten über diese Entscheidung informiert, die auch auf großes Verständnis bei den Aktiven und Coach Jürgen Pfletschinger stieß.

Nach der Regionalligameisterschaft mit 36:0 Punkten 2011/12 wagte der TV Dingolfing im vergangenen Sommer den Schritt in die 2.Volleyball-Bundesliga der Damen. Als einer der stärksten Aufsteiger der letzten Jahre sicherten sich die Dingolfingerinnen früh in der Saison 2012/13 den Klassenerhalt und endeten zum Saisonschluss auf einen respektablen siebenten Platz. In den letzten zwei Jahren blieb der Kader nahezu unverändert, bei den Einzelgesprächen mit den Aktiven in den letzten Tagen und Wochen stellte sich heraus, dass nur drei Spielerinnen fix zusagen konnten, die anderen Mannschaftsmitglieder müssen aus Studien- wie beruflichen Gründen den Volleyballsport ad acta legen oder haben Angebote von anderen Vereinen aus der Region und wollten sich nicht festlegen.

Vor allem mit dem studienbedingten Weggang von Zuspielerin Ina Prechtl, die ihre Volleyballkarriere beendet, entsteht eine große, nicht zu schließende Lücke im TVD-Team. Auch die zweite Zuspielerin Julia Bothur spielt nächste Saison nicht mehr in Dingolfing. Bei der Dichte an Bundesligisten im Umkreis – Straubing, Vilsbiburg, Lohhof – sehen die Dingolfinger Volleyball-Verantwortlichen keine Möglichkeit, ihr Vorhaben zu erfüllen, weiterhin eine zweitligataugliche Mannschaft mit Aktiven aus der Region aufzustellen. Die derzeit großen Lücken im Kader bei wenig Talenten in der Region mit Spielerinnen aus dem Ausland zu schließen, will und kann der TVD nicht realisieren. Somit bleibt bei nur drei festen Zusagen für die nächste Saison der Schritt aus der 2.Liga.

Ein weiterer Grund ist die personelle Situation im Umfeld. Immer weniger Helferinnen und Helfer standen dem Volleyball-Enthusiasten und TVD-Vorstand Toni Kiebler während der Saison zur Seite. Kiebler, der nunmehr seit 37 Jahren die Geschicke im Dingolfinger Volleyball leitet, war zuletzt neben Plakateur und Presseverantwortlicher auch Heimspielorganisator, Hallensprecher, Sponsorensucher und –betreuer sowie Teammanager. „Irgendwann hat die Ehrenamtlichkeit auch eine Grenze. Ich muss auf mich und meine Familie auch mal schauen“, so Toni Kiebler, der auch auf die umfangreichen Auflagen und Forderungen der Deutschen Volleyball Liga verweist. „Ehrenamtlich ist dies auf die Dauer nicht mehr zu schaffen“, so Kiebler weiter, der all seinen Helferinnen und Helfer dankt wie auch den vielen Partnern aus der Wirtschaft, ohne die eine 2.Bundesliga nicht möglich gewesen wäre. Einen neben- oder gar hauptamtlichen Teammanager kann sich der Verein nicht leisten und auch die Auflagen, die von der Deutschen Volleyball Liga vorgesehen sind, um die 2.Bundesliga weiter zu professionalisieren, sind für den TV Dingolfing nicht zu erfüllen wie etwa die Gründung einer Spielbetriebs GmbH mit einem möglichst hauptamtlichen Geschäftsführer. Denn auch die finanziellen Mitteln sind im Dingolfinger Volleyball begrenzt. Für den TV Dingolfing war die vergangene Saison in der 2.Bundesliga ein Kraftakt, der sich von Jahr zu Jahr wiederholen würde. „Mit Rücksicht auf die anderen Abteilungen im Verein haben wir auch hier gegen eine weitere Lizenz für die Volleyball-Damen in der 2.Liga entschieden“, so Toni Kiebler in seiner Funktion als 1.Vorstand eines Mehrspartenvereins wie sich der TV Dingolfing eben struktuiert.
All diese Gründe zusammengefasst führen zum Ergebnis, keine Lizenz für die kommende Saison in der 2.Volleyball-Bundesliga der Damen zu beantragen. Dafür wird es mit der Damenmannschaft einen Neuaufbau möglichst in der Regional- oder Bayernliga geben. Die Entscheidung, in welcher Liga der TVD antreten wird, muss bis zum 30.April gefällt werden und hängt von der Kaderzusammenstellung ab. Dort werden sicherlich auch einige junge Talente aus dem Dingolfinger Volleyball-Lager zu finden sein, denn der Nachwuchs ist so stark wie nie zuvor im Bestehen der TVD-Volleyballabteilung, was die Teilnahmen von vier Jugendmannschaften – U12 bis U16 – an den Südbayerischen wie Bayerischen Meisterschaften beweisen. Doch dieser Nachwuchs ist noch zu jung für höhere Aufgaben, „aber gehört absolut gefördert genauso wie der Nachwuchs anderer Sportarten in unserem Verein, beispielsweise im Basketball“, merkt Toni Kiebler an, der in seiner Umtriebigkeit schon ein weiteres Projekt vorantreibt unter dem Arbeitstitel „Sportakademie TV Dingolfing“. Dieses Projekt stellt eine strukturierte Nachwuchsförderung im gesamten Verein in den Mittelpunkt unter dem Motto „Jedem Talent seine Chance“ und soll spätestens im Herbst in die Realität umgesetzt werden. Damit wird der TV Dingolfing auch ohne 2.Volleyball-Bundesliga der Damen weiterhin mit Erfolgen und Schlagzeilen aufwarten können.

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