Halbmarathon – Grandioses Lauferlebnis in New York

Drei einheimische Teilnehmer beim diesjährigen New York-Marathon – (ki) Startnummer 33714 Ludwig Schwinghammer, Startnummer 57622 Dr. Hans Hulla und Startnummer 31540 Xaver Franz – diese drei bekannten Läufer aus Dingolfing und der Region nahmen am ersten November-Sonntag erfolgreich am diesjährigen New York Marathon teil mit all seinen faszinierenden Facetten einer der bekanntesten und größten Sportveranstaltungen der Welt mit 50.740 Teilnehmern in diesem Jahr.

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Viel beachteter Zieleinlauf in Tracht beim Nationenlauf

 Der New-York-Marathon zählt zu den bekanntesten und größten Marathons der Welt. Er wird jährlich seit 1970 ausgetragen. Seit 1986 findet der New-York-Marathon in der Regel am ersten Sonntag im November statt. Die Strecke führt durch alle fünf Stadtbezirke von New York City. Vom Start in Fort Wadsworth auf Staten Island führt der Kurs des New-York-Marathons durch die Bezirke Brooklyn, Queen, Bronx und Manhatten zum Ziel im Central Park. Der New-York-Marathon gilt als anspruchsvoll, weil insgesamt fünf Brücken zu überqueren sind, darunter die Verrazano Narrows Bridge, die Queensboro Bridge und die Willis Avenue Bridge. 42,195 Kilometer mit rund zwei Millionen Zuschauern an der Strecke, Teilnehmerrekord mit 50.740 Starterinnen und Startern aus der ganzen Welt – Zahlen, die für sich sprechen und den New York-Marathon mittlerweilen zur größten Laufveranstaltung der Welt machen.
Unter Unter den über 50.000 Teilnehmern am Start die drei Läufer aus der Region: Ludwig Schwinghammer, Sportgeschäftsinhaber aus Reisbach und Ideengeber wie Hauptsponsor des Dingolfinger Halbmarathons, BMW Werkleiter Xaver Franz, Mentor des Dingolfinger Halbmarathons beim Hauptsponsor BMW und Dr. Hans Hulla, Allgemein- und Sportarzt in Dingolfing, Streckenarzt beim Dingolfinger Halbmarathon. Doch bevor die drei Läufer am Start auf Staten Island standen, ging eine monatelange Vorbereitung auf das Großereignis voraus. Zunächst musste bereits ein Jahr vorher der Startplatz gesichert werden, denn diese sind heiß begehrt und schnell ausgebucht. Nachdem die organisatorische Hürde gemeistert war, ging es in die Vorbereitung. Nach Trainingsplan wurde über Monate hinweg akribisch trainiert, am Wochenende, wenn ein langer Lauf mit 20 Kilometer und darüber auf dem Programm stand, zumeist zusammen trainiert. Vorbereitungsläufe in Reisbach und Dingolfing über die Hälfte der Marathon-Distanz gehörten ebenfalls zum Trainingsprogramm. Immer näher rückte der Termin Sonntag, 3.November und auch vor dem Abflug in München wurde nichts dem Zufall überlassen: gegen etwaige Schwierigkeiten beim Flug wurden Thrombosespritzen gesetzt. Doch die Anreise war ganz entspannt, der neunstündige Flug ruhig, nur die Sicherheitskontrollen verständlicherweise sehr zeitaufwendig. Überhaupt waren die Sicherheitsvorkehrungen vor und beim Marathon nach dem Bombenattentat beim Boston-Marathon sehr streng. So wurden selbst die Zuschauer genau kontrolliert und auch die Startnummer gab es am Donnerstag nur gegen Vorlage des Ausweises. Alle sechs Reisenden – neben den drei Läufern waren auch deren drei Ehefrauen Renate, Marlene und Angelika dabei – kamen gut im Hotel an und es standen bereits die beiden Frühstücksläufe auf dem unmittelbaren Vorbereitungsprogramm. Ludwig Schwinghammer, bereits nach 2004, 2006 sowie 2009 das vierte Mal in New York am Start, führte die Gruppe des Reiseveranstalters an und so wurde an zwei Tagen um 6.30 Uhr morgens über Lexington und Park Avenue zur 5th Avenue und zum Central Park gelaufen – ein besonderes Erlebnis, wenn man im Morgengrauen durch die Häuserschluchten der Weltstadt New York läuft. 

Der Samstag stellte bereits einen ersten Höhepunkt mit dem Nationenlauf für alle ausländischen Teilnehmer dar. Rund 15.000 Läufer starteten vom UN-Gebäude zum Central Park. Darunter einige Läuferinnen und Läufer mit Dirndl und Tracht sowie drei bayerische Fahnen – die Delegation aus Dingolfing und Reisbach, die bereits in der Metro und später beim Friendship Run bestaunt und „so oft wie noch nie in meinem Leben fotografiert wurde“, wie Ludwig Schwinghammer erzählt. Angesprochen auf ihre Herkunft und der Aussage „aus Bayern“ kamen zumeist spontan die beiden Begriffe „Oktoberfest“ und „Bier“ von den Fotografen vorwiegend aus Amerika und Asien. Doch nicht nur aus den beiden Kontinenten kamen die Teilnehmer und Zuschauer beim Nationenlauf – auch aus der Heimatgemeinde von Ludwig Schwinghammer, aus Reisbach mit Klaus Hammerstingl, der mit einem verwunderten und großen „Hallo“ begrüßt wurde und womit wieder bestätigt wurde, „wie klein die Welt ist“. Nach dieser von der Aufmerksamkeit her überaus erfolgreichen Teilnahme am Nationenlauf ging es am Samstagabend noch in ein italienisches Restaurant zur Auffüllung der Kohlenhydratspeicher, ehe es am Sonntag endlich los ging.

Den Marathontag schildert Ludwig Schwinghammer wie folgt: „Am Sonntag wartete um 6.30 Uhr der Bus vor dem Hotel, es ging endlich los, du bringst ja den Marathon das ganze Jahr nicht mehr aus dem Kopf und wir waren froh, als wir im Bus saßen, der uns auf die Staten Island brachte. Bei der Ankunft nochmals Kontrolle und alles wurde genau durchsucht. Hans (Hulla) hatte leider eine andere Startzeit als ich und Xaver (Franz): wir starteten um 10.00 Uhr, Hans um 11.00 Uhr. Die Startwellen waren in drei Abschnitte aufgeteilt – orange, grün und blau wie die Farbe auf der Startnummer, womit man mit der Angabe der Zielzeit in den jeweiligen Teil zugeordnet worden ist. In dem jeweiligen Areal hat man sich aufhalten dürfen und da wurde auch genau kontrolliert. Es gab Kaffee, Tee, Wasser und Beagles. Eine halbe Stunde vor dem Start haben wir uns dann in den Startblock begeben, immer noch warm angezogen, weil es ziemlich kalt war mit ca. sieben Grad und einem kräftigen Wind vom Meer herüber. Dann endlich der Kanonenschuss, der Startschuss, die  amerikanische Nationalhymne und dann Frank Sinatra mit „New York… New York“. Die Kleider sind nur so geflogen aus allen Richtungen. Sie werden eingesammelt, gewaschen und an Bedürftigen weitergegeben. Die Uhr aktiviert und dann über die Verazzano-Brücke von Hubschaubern begleitet nach Brooklyn. Schon nach kurzer Zeit eine Unmenge von Leuten auf der Strecke, die nur so geschrien und gejubelt haben. Der größte Teil der Strecke wird hier gelaufen, danach geht’s in den Stadtteil Queens, wo sich alle Startblöcke vereinigen. In Queens ist dann die Hälfte geschafft, diese habe ich auch mit 1:52 gut überstanden und an eine neue Bestzeit gedacht. Übrigens bin ich nach Meilen gelaufen und nicht nach Kilometer, weil die nur alle fünf Kilometer angezeigt werden und es sind ja bloß 26 Meilen und nicht 42 km ! Dann kommt der schwierigere Teil, der  knackige Anstieg über die Queensboro Bridge hinein nach Manhattan. Hier sieht man schon die ersten Läufer gehen und dehnen –  ja nicht nach links und rechts schauen. Eine scharfe Linkskurve und man läuft die 1th Avenue hinauf die unendlich lang und hügelig ist. Drei Meilen nur frenetische Zuschauer , Gänsehautfeeling pur.Danach ein kurzer Schlenker durch die Bronx und über Harlem in die 5th Avenue hinein, dazwischen wieder zwei Brücken, die schon weh tun. Wieder Zuschauer über Zuschauer, zwei Millionen säumten die Strecke. Hier hab ich ein paar Probleme bekommen mit einem Krampf, den ich einigermaßen überstanden habe – es ist halt viel Kopfsache dabei. Doch wenn man den Columbus Circle hinter sich hat, sind es nur noch die letzten Meter zum Ziel in  den Central Park – beißen.. beißen… beißen. Im Ziel ist alles vergessen ! Die Medaille wird einem umgehängt und es ist fast zum  Weinen. Dann noch ein schönes Foto mit Medaille, die Aludecke umgehängt und weiter geht’s zum Gepäckwagen. Warme Klamotten anziehen, weil es immer noch kalt ist und ein starker Wind geht. Zum Ausgang, wo die Frauen schon mit einem Bier warten: Mensch das schmeckt, auch wenn es nur ein amerikanisches Bier ist. Geschafft !! Xaver hatte mit dem Ischias zu kämpfen. Am besten ist es Hans ergangen. Alle drei im Ziel – super ! Mit der Metro zurück zum Hotel  in die Badewanne zum Relaxen. Als Belohnung für unsere Strapazen hat uns um 18 Uhr schon wieder der Bus abgeholt zum „Dinner Cruise“ mit dem Schiff um die Manhattan Südspitze – ein tolles Erlebnis bei Nacht die Skyline von Manhattan zu sehen und ein würdiger Abschluss eines erfolgreichen New York Marathons 2013 !“

 Am Ende standen folgende Zeiten und Ergebnisse – im Übrigen von allen Teilnehmer tags darauf in der „New York Times“ veröffentlicht: Dr. Hans Hulla 3:52,27 Stunden und Platz 12067, Ludwig Schwinghammer 3:55,54 Stunden und damit nur um eine Sekunde langsamer als 2009 und Rang 13583, Xaver Franz 4:09,00 Stunden und Platz 19465. Natürlich durfte das „Sightseeing“ der US-Metropole bei aller Konzentration auf den Start nicht fehlen. Guggenheim Museum, Empire State Building, Grand Central Station, Wall Street und vieles mehr, zumeist stolz mit der Medaille um den Hals, wofür man schon oft auf die Schulter geklopft oder von allen Seiten Lob bekommt mit „Good Job“. Eine Heimreise ohne Probleme schloss das „Unternehmen New York Marathon 2013“ mit vielen Eindrücken und Erlebnissen für die drei einheimischen Läufer erfolgreich ab.

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